Sterbe und werde: Phase 1-3

Phasen: möglicher Sterbeprozess
5. Juni 2019

Sterbe und werde: Phase 1-3

Vom Leben muss man wie vom Mahle fortspazieren, dem Wirte danken und sein Bündel schnüren. Voltaire

Sterbe und werde … Es gibt sieben Phasen eines Sterbe- und Werdeprozesses. Ich splitte diese in mehrere Blogbeiträge auf, so sind sie leichter zu verdauen. Wir starten mit den ersten drei.

1) Erkenntnis, dass etwas endgültig vorbei ist
2) Das Trauern
3) Das Wahrnehmen des Mangels
4) Das Verabschieden von Vergangenem
5) Das Verzeihen
6) Das Freigeben und Begraben
7) Versöhnung und Neubeginn

1) Erkenntnis, dass etwas endgültig vorbei ist

Hier trifft uns die Erkenntnis und Einsicht, es ist etwas endgültig vorbei. Es ist anders als ich geglaubt habe. In dieser Enttäuschung (=das Ende der Täuschung) bricht die Hoffnung, der Glaube und alle Erwartungen zusammen. Ich bin überrascht, weil es anders ist, als ich es mir in meinen Vorstellungen ausgemalt hatte. Dies löst in uns ein Gefühl aus, das auch zu Depressionen führen kann. Es braucht genauso viel Lebensenergie wie z. B. Zorn und Wut auf unsere jetzigen Lebensumstände. Nur die Depression richtet sich nach innen und der Zorn richtet sich nach außen, der bedeutend gesünder ist, wenn ich dabei beachte, niemanden zu verletzen.

2) Das Trauern

Diese Zeit des Trauerns ist nach einem Verlust, Enttäuschung oder Abschied sehr wichtig, um die Erkenntnisse und Erfahrungen zu verarbeiten. Keiner sollte gleich zur Tagesordnung übergehen. Manchmal kommt in dieser Zeit auch einmal eine Fluchtbewegung in Gang: “Ich verschwinde, ich ziehe aus, ich habe genug, …“ Dieser negative Ursprung liegt meist in der Verzweiflung. Es braucht eine gewisse Zeit, damit etwas Neues zu keimen beginnen kann. In der Trauer liegt der Samen für einen Neubeginn. In der kreativen Trauer werden gegenseitig keine Vorwürfe gemacht. Die vergangenen, verletzenden Situationen dürfen ruhig beklagt werden, ohne sich dafür schämen zu müssen.

3) Das Wahrnehmen des Mangels

Hier geht es um das Abschied nehmen und, um sich für das Erfahrene und Erlebte zu bedanken. Das gilt für alle, die in Ihrem Leben dazu beigetragen haben.

Beim Abschied wird in zwei Richtungen gedacht:

a) Loslassen von Idealisierungen
Das bedeutet Abschiednehmen von Idealvorstellungen und Erwartungen an den Umgang mit dieser speziellen Lebenssituation, wie man sich verhalten soll. Es ist mit einem anstrengenden persönlichen Klärungsprozess verbunden und zeigt die eigenen Schattenanteile im Leben auf.

b) Freigeben der Dämonisierungen
Dazu gehört z. B. „Der unmöglichen Nachbarin wünsche ich, dass sie bald ins Gras beißt. Sie soll es erleben, wie es ist, wenn man Schmerzen hat.“ Das ist Wut und Verletzung, die ungefragt da ist und sich wie ein Berg vor auftut. Diese Überreaktionen bei denen Vorwürfe gemacht werden, egal ob gerechtfertigt oder ungerechtfertigt. Außerdem ist hier kein Mitgefühl beinhaltet, weder für sich noch für die andere Person, die es betrifft. Dieses verletzte Selbstwertgefühl wirkt noch nach.

Eigenverantwortliche Lebensbühne
Der Abschied von diesen beiden Richtungen führt uns auf unserer eigene eigenverantwortliche Lebensbühne zurück und lässt uns eine neue, veränderte und für uns angepasste Lebenseinstellung finden. Denn was gewesen ist, ist gewesen. Dazu gehört vor allem die Dankbarkeit für alles, was sein durfte.

Was gewesen ist, ist gewesen
Es gilt dabei, Abschied von alltäglichen Dingen oder Umständen zu nehmen, die unser Bewusstsein belasten, auch wenn das Geschehene oft Jahre zurückliegt. Es geht darum, aufgrund einer neuen Grundlage, oft eine neue Lebensausrichtung anzugehen. Diese Phase und die nächste obliegen einer Mystik, dem Reinigungs- und Klärungsprozess.

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