Symbol Stein: was ihn so besonders macht

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Symbol Stein: was ihn so besonders macht

Steine haben dieselbe Bedeutung wie Blumen, nur welken sie nicht. Steine werden, wie bei den Christen zu Grabe getragen: „Ich war da, habe an dich gedacht, dich besucht.“ Das Symbol Stein kann als Zeichen gesehen werden, dass dem Verstorbenen ein Haus Gottes gebaut wird oder dass von den Menschen, den Hinterbliebenen, am Lebenswerk des Toten weitergebaut wird. Bitte achten Sie beim Gebrauch von Symbolen in welchem Kulturkreis die Menschen leben. Ein Verständnis kann immer andere sein. Dieses Hintergrundwissen unterstützt sie in der Sterbebegleitung. Hier gibt es noch mehr Bedeutungen zum Symbol Stein.

In den Bau der Welt taugt nur der abgeschliffene Stein. Johann Heinrich Pestalozzi

Steine können bemalt werden oder Kinder bestimmen mit Steinen ihren Schmerz. Mit ihnen kann man etwas bauen oder abgrenzen z. B. wie ein Schutz. Steine können Gewalt bedeuten. In ihnen verdichtet sich aber auch die Zeit. Als Ritual in der Trauer können Sie über Steine, die Sie bemalen oder beschriften, mit dem Namen des Verstorbenen meditativ Verbindung aufnehmen.

Wie Steine
Wenn einer uns hebt
Hebt er Urzeiten empor –
Wenn einer uns hebt
Hebt er den Garten empor –
Wenn einer uns hebt
Hebt er Adam und Evas Erkenntnis empor
Und der Schlange staubesssende Verführung
Wenn einer uns hebt
Hebt er Billionen Erinnerungen in seiner Hand……
Nelly Sachs

Hier gibt es noch mehr Bedeutungen für das Symbol Stein

  • unwichtig – ist der Stein bis er mir wichtig ist
  • wertlos – außer er besitzt für mich einen ideellen Wert oder symbolischen Wert
  • unscheinbar – aber einzigartig und auch auf seine Weise schön
  • nutzlos-  außer er wird genutzt für z. B. Massagen, zum Bauen
  • leblos – und doch kann er  als Heilstein angesehen werden, mit seiner eigenen Ausstrahlung und Kraft
  • Steine im Weg als Stolpersteine
  • mir fällt ein Stein vom Herzen
  • Steine als Mauer- Schutz haben

Be-Wege-nde Steine

Kleine Rituale, die mit dem Anzünden einer Kerze und kraftspendenden Symbolen wie Steine, Muscheln, Schneckenhäuser, ein passender Spruch auf einer Karte – können im  Gefühlschaos unterstützen. Bei Schwerstkranken und deren Angehörigen helfen sie symbolisch zur Bearbeitung von Abschieden, Verlusten oder Krisen und geben Halt, umso eine neue Ordnung zu finden. Das erleichtert die anstehenden Übergänge. Das Lebensumfeld spielt hier eine wichtige Rolle, ebenso dessen Bezug zum Umfeld.

Folgende Fragen können entstehen: Wer bin ich noch in meiner Welt mit meinen Beziehungen? Wie habe ich mich durch die Krise verändert? Wer bin ich jetzt noch?

Manche Menschen brauchen Strukturen in Krisen- und Übergangssituationen, damit Stabilität und Orientierung sich neu finden können.

Rituale und Symbole erfüllen daher mehrere Funktionen. Sie,

  1. geben Gefühlen Ausdruck und Raum,
  2. führen Menschen zusammen und
  3. strukturieren und ordnen neu mit einem klaren Anfang und Ende.

Sie können Rituale mit dem Symbol Stein ins Leben rufen. Sie beschriften ihn mit Wörtern oder bemalen ihn mit Bildern, um den Gefühlen und Gedanken Ausdruck zu verleihen. Danach legen Sie ihn in eine Sandkiste.

Mit dem Gedanken von William Shakespeare: 
Gib Worte deinem Schmerz;
Gram, der nicht spricht,
presst das beladene Herz
bis das es bricht.

Geschriebene Worte auf das Symbol Stein

allein, Angst, Chaos, gefangen, Hoffnung, Hass , lassen, Mut, Liebe, Schuld, Resignation, Tag, Veränderung, Weite, Wahrheit, Lüge, Schatten, Licht, Freunde Gott, Halt , Krise, Reden, Schmerz, Sehnsucht, Trauer, Lust, Stress, Vergebung, Wüste, Tun, Schweigen, Ruhe, Leid, Erinnern, Leere, Ich, Frei, Einsamkeit, Lösen, Leben, Nacht, Zeit, Überforderung, Gefühle, Ankommen, Aufbrechen, Freude, Binden, gemeinsam, Tod, Verbindung, Kraft, Trost, Innehalten, Stille, Neubeginn, Neues, ……..

Schreiben Sie diese Wörter auf verschiedene Steine. Legen sie diese in einen Behälter mit der Schrift nach oben. Intuitiv nehmen Sie dann jene Steine heraus, die Sie ansprechen. Legen Sie diese auf den Boden vor sich und verbindet sich mit den Steinen und ihren Begriffen. Meditieren Sie mit schöner Hintergrundmusik über die Wörter und deren Verbindung mit sich und den Verstorbenen oder Dahingehenden. Schreiben Sie sich das Gesamtbild auf, um Licht in die eigene Gefühlswelt zu bringen.

Bitte kontaktieren Sie mich, wenn Sie Fragen haben.

Foto: 123rf.com/Dmitry Rukhlenko