Dialog von Zwillingen in der Gebärmutter

Erlebte Trauerrituale: wie sie helfen
12. August 2020

Dialog von Zwillingen in der Gebärmutter

Das Gespräch berührt mich immer wieder, wenn ich es lese. Der Dialog von Zwillingen zeigt die eine und die andere Sichtweise. Was wäre, wenn es sich nach dem Tod genauso verhält? Lassen Sie sich berühren!

„Glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?“

„Ja, das gibt es. Unser Leben hier ist nur dazu gedacht, dass wir wachsen und uns auf das Leben nach der Geburt vorbereiten, damit wir stark genug sind für das was uns erwartet.“

„Blödsinn, das gibt es doch nicht. Wie soll denn das überhaupt aussehen, ein Leben nach der Geburt?“

„Das weiß ich auch nicht genau. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?“

„So ein Unsinn! Herumlaufen, das geht doch gar nicht. Und mit dem Mund essen, so eine komische Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Außerdem geht das Herumlaufen gar nicht, die Nabelschnur ist ja jetzt schon viel zu kurz.“

„Doch es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders.“

„Es ist noch nie einer zurückgekommen von ’nach der Geburt‘. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Und das Leben ist eine Quälerei und dunkel.“

„Auch wenn ich nicht so genau weiß, wie das Leben nach der Geburt aussieht, jedenfalls werden wir dann unsere Mutter sehen und sie wird für uns sorgen.“

„Mutter? Du glaubst an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?“

„Na hier, überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie können wir gar nicht sein!“

„Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht.“

„Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt …“
nach Henry Nouwen

Den Dialog von Zwillingen kann man sich meiner Meinung nach, nicht oft genug vor Augen führen.

Bitte kontaktieren Sie mich, wenn Sie Fragen haben.

Foto: 123rf.com/Veronika Zakharova